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Mittwoch, 1. April 2020

Aussagen zum tragen eines Mund-Nasen-Schutzes

Aussagen zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine experimentelle Studie von 2008 kommt zu dem Schluss, dass jede Art von Mund-Nasen-Schutz, auch bei ungenügendem Sitz oder bei improvisiertem Material, die Virusexposition vermindert. Die Autoren schließen daraus, dass das generelle Tragen von Masken durch die Bevölkerung die Übertragung von Atemwegserkrankungen vermindern könne.[163] Gerade beim Sprechen könne dadurch das Risiko einer Tröpfcheninfektion effektiv gesenkt werden und sei daher eine sinnvolle Ergänzung zu den anderen Hygienemaßnahmen, bestätigen auch Fachärzte. Zwar gebe es keinen hundertprozentigen Schutz, doch das Risiko einer Infektion würde auch für den Träger durchaus gesenkt.[159] Auch der Virologe Alexander Kekule empfiehlt der Bevölkerung (und insbesondere Angestellten mit viel Personenkontakt) in der Öffentlichkeit ständig einen Mundschutz zu tragen – auch, wenn es sich nur um einfache OP-Masken handele.[164] Er vermutet, dass das weit verbreitete Tragen von Gesichtsmasken in Hongkong einen schlimmeren Ausbruch verhindern konnte.[165] Im März rief auch die Bundesärztekammer dazu auf, in der Öffentlichkeit eine einfache Schutzmaske zu tragen.[166] Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bestätigte, dass dies durchaus sinnvoll sei und die strengen Ausgangsbeschränkungen möglicherweise sogar gelockert werden könnten, wenn viele Menschen eine Schutzmaske tragen würden (so, wie es etwa in Japan der Fall ist). Allerdings herrsche derzeit ein Mangel an Masken.[167]

In Ostasien gilt die Verwendung von Masken für die Allgemeinbevölkerung als zentrales Element der Prävention. Im März 2020 empfahlen Mediziner aus Hong Kong anderen Ländern, diese Praxis ebenso einzuführen.[168] Die Tschechische Republik entschied im Rahmen des am 12. März 2020 verhängten Ausnahmezustands, das Tragen von „Mundschutz“ im öffentlichen Raum verpflichtend einzuführen.[169] Auch Österreich beschloss Ende März eine ähnliche Vorschrift für Supermärkte.[170] Eine Übersicht über den Umgang mit und die Einschätzung von Gesichtsmasken in verschiedenen Ländern hat die Zeitschrift The Lancet erstellt.[171]

Obwohl die Wirksamkeit des Mund-Nasen-Schutzes als Hygienemaßnahme kaum angezweifelt wird, ist die wissenschaftliche Datenlage mit randomisierten Vergleichsuntersuchungen, die dies statistisch zweifelsfrei nachweisen, bisher eher dürftig.[19][172] Laut dem Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité sei trotzdem ein gewisser Schutz durch das Tragen von selbst einfachen (auch selber gebastelten) Masken durchaus plausibel und daher wünschenswert.[173] Denn obwohl nicht das gleiche Schutzniveau wie bei einer FFP2-Atemschutzmaske erreicht werden kann, verhindert auch ein Mund-Nasen-Schutz zumindest das Auftreffen makroskopischer Tröpfchen auf die Mund- und Nasenschleimhaut des Trägers und kann umgekehrt durch das Zurückhalten dieser Tröpfchen insbesondere auch andere vor einer Infektion schützen. Zudem kann es den Gesichtsbereich vor Berührungen mit kontaminierten Händen schützen.[174] Allerdings bestünde laut deutschen Lungenärzten die Gefahr, dass Personen, die einen Mundschutz tragen, sich in falscher Sicherheit wägen und deshalb andere Hygienemaßnahmen vernachlässigen würden.[159]


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